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Bringt man heutzutage ein “Castle Crush”-Spiel in den App Store, dann darf man den Vergleich mit Angry Birds nicht scheuen. Wie schlägt sich Siege Hero dabei? Immerhin lassen die derzeitigen, sehr positiven Bewertungen im Store die Erwartungshaltung nach oben schnellen.
Dem Vergleich mit dem Primus, der wütende Vögel auf grüne Schweinchen schleudern läßt, muss sich Siege Hero zunächst auf jeden Fall stellen, immerhin wirkt vieles wie direkt aus Angry Brids übernommen. Genretypische Elemente gleichen sich natürlich so oder so, aber insbesondere Grafik und Menüführung führen doch zu dem ein oder anderen Déjà-vu. Eine detaillierte Erklärung des “Castle Crush”-Spielprinzips soll hier nicht erfolgen, nur soviel sei gesagt: Durch gezieltes Abfeuern von einer begrenzten Zahl Geschosse soll eine gegnerische Festung zerlegt und alle darin befindlichen Gegner erledigt werden.
Inspiration schadet aber nicht, vor allen Dingen wenn sie als Würze für interessante eigene Ideen dient. Genau dies ist bei Siege Hero der Fall.
Zunächst wird die komplette Perspektive geändert. Zwar sieht auf den ersten Blick alles aus, wie bei Angry Birds & Co., jedoch werden die Geschosse nicht durch ziehen, zielen und loslassen von irgendeiner Seite auf das Gemäuer und die zu treffenden Bösewichter befördert, sondern quasi aus einer “First-Person-Perspektive”. Eigentlich muss man lediglich den Punkt der Burg berühren, an dem das Geschoss einschlagen soll… und schon geht es los. Das Geschicklichkeitselement wird dadurch natürlich deutlich minimiert, aber durchaus zu Gunsten des Puzzle-Parts. Es dreht sich also nicht um den richtigen Winkel, sondern um den passenden Trefferpunkt, der dem Gebilde den größtmöglichen Schaden zufügt.
In den ersten Leveln wirkt dies ein wenig fummelig, immerhin muss man selbst mit dicken Fingern möglichst genau zielen können. Aber recht schnell erhält man ein Zielfernrohr. So kann man den Finger länger auf einer Stelle halten und in einer vergrößerten Ansicht mit Fadenkreuz sehr genau zielen.
Neue Spielelemente, wie z.B. die unschuldigen Dorfbewohner, die explizit nicht getroffen werden sollten, da sonst Punktabzug droht, runden das Geschehen noch ab. Mehr als 100 Level zum jetzigen Zeitpunkt (mehr sollen folgen) versprechen auch jetzt schon angemessene Langzeitmotivation.
Fazit: Siege Hero lernt von den Besten, trumpft aber dann mit interessanten eigenen Ideen auf. Die Schwerpunkte werden etwas anders gesetzt, so dass trotz des altbekannten Spielprinzips neue Impulse gesetzt werden. Zunächst fürchtete ich noch, dass die Idee an einer fummeligen Steuerung scheitert, aber bevor ich den Gedanken beendet habe, gab es schon das Zielfernrohr. Wer Angry Birds schon durchgespielt hat, oder wer sich lieber auf den Aufprallpunkt statt auf den Abflugwinkel konzentrieren will, der sollte sich Siege Hero unbedingt ansehen.
Getestete Version: 1.1.2 Größe: 19,9 MByte Testgerät: iPhone 3GS (iOS 4.3.5)
Siege Hero